Eine lange Tradition
Die lange Tradition der Pennäler Schnitzelbank bringt für die Ellwanger Spannung, Erwartung und auch ein wenig Angst, über wen oder was in den neuesten Versen gerichtet wird. Am Fastnachtssonntag zieht die schwarze Schaar im Dunkeln durch die Straßen, angekündigt vom unverwechselbaren Geruch der Fackeln und dem dumpfen Klang der Trommeln. In einigen Wirtshäusern werden dann die Verse der Schnitzelbank vorgetragen.
175 Jahre Pennäler Schnitzelbank
Im Jahr 2026 feiert die Pennäler Schnitzelbank ihr 175-jähriges Bestehen. Seit mindestens 1851 gehört dieses einzigartige Fastnachtsbrauchtum fest zu Ellwangen. Die Schwarze Schar begeht das Jubiläum mit einem Festakt am Fastnachtssonntag, 15. Februar 2026.
Bereits am kommenden Samstag, 15. November, startet die Schnitzelbank mit einer besonderen Veröffentlichung in ihr Jubiläumsjahr: der „blackbox“. Sie enthält eine Festschrift sowie zahlreiche Kunst- und Fotokarten mit historischen und aktuellen Schnitzelbank-Motiven. Die Box mit Aufnahmen des Fotografen Tom Ziora ist für 25 Euro in der Tourist-Information am Fuchseck erhältlich.
In limitierter Auflage gibt es außerdem eine Kunst-Edition mit einem signierten Bierdeckel-Druck der Ellwanger Künstlerin Eva Gentner für 45 Euro.
Zeitgleich geht unter www.schnitzelbank.de ein multimediales Online-Angebot zur Geschichte der Ellwanger Fastnacht (Fastnachtssonntag).
Der Pennäler Schnitzelbank - Spannung und bange Erwartung
Spannung und bange Erwartung liegen in der Luft, wenn an jedem Fastnachtsonntag um 19:00 Uhr in Ellwangen die Lichter ausgehen. Mit dumpfem Trommelwirbel und unruhig lodernden Fackeln kündigt sich das Femegericht der Pennäler Schnitzelbank an, das seit über 150 Jahren die Schwächen und "Vergehen" der örtlichen Prominenz in pikante Verse packt.
Schwarze Dominos
Wie ein Derwisch schwingen die in schwarze Dominos gehüllten Unbekannten den Schellenbaum durch die Straßen der Altstadt, deren Gaststätten an diesem Abend bis auf den letzten Platz besetzt sind. Denn nach dem Einmarsch in die Altstadt tragen die "Schwarzen Gesellen" ihre Versliste in den Lokalen vor, in denen natürlich schon mancher Bürger mit klammem Herzen auf den Auftritt der Schnitzelbank wartet, sich in der Hoffnung wiegend, daß er dieses Mal mit einem blauen Auge davonkommt, sprich kein Vers über ihn gesungen wird.
Denn wen es erwischt, der darf damit rechnen, daß die Schnitzelbank kein Blatt vor den Mund nimmt. Ob es der Oberbürgermeister oder der Gerichtspräsident, der Pfarrer oder der Wirt von nebenan ist - alle werden aufs Korn genommen. Gesungen werden die spitzzüngigen Verse nach der Melodie "Auf der schwäbischen Eisenbahn", der Refrain wird vom Publikum mitgesungen. Wer mitlacht, hat gewonnen. Wer kritisch die Stirn runzelt, gilt als Miesepeter, denn an Selbstbewußtsein mangelt es den schwarzen Gesellen beileibe nicht. Aufschluß darüber gibt ein Schlußvers aus dem Jahr 1980:
"Theologen heutzutage
stellen selbst den Papst in Frage.
Künftig bleibt noch unfehlbar
lediglich die Schwarze Schar."
Das geheimnisvolle Dunkel
Gegen Mitternacht verschwinden die Gesellen wieder in das geheimnisvolle Dunkel, aus dem sie gekommen sind. Denn neben dem Aussehen ist es gerade das Silentium, die absolute Geheimhaltung der Mitglieder, welche die Schnitzelbank zum Höhepunkt der Ellwanger Fastnacht gemacht hat. Am anderen Morgen ist fast alles vergessen, aber nur fast, denn für ein paar Tage bleiben die Verse noch Stadtgespräch. Die gedruckte Versliste, die man noch in einigen Geschäften kaufen kann, gleicht einem Narrenspiegel, vorgehalten von anonymer Hand.








